3 Wohlstand für Junge - Stefan Kolev
Shownotes
Zum Weiterlesen wird empfohlen:
Stefan Kolev, Wohlstand für Junge - Wie wir verhindern, dass unsere Kinder das Land verlassen, Herder Verlag 2026
Stefan Kolev (mit Markus Brunnermeier, Princeton): Agenda des Aufbruchs - zehn Punkte für ein resilientes Deutschland, 15. April 2026 (https://www.ludwig-erhard.de/lesetipp-agenda-des-aufbruchs-zehn-punkte-fuer-ein-resilientes-deutschland/))
Markus Brunnermeier, Die resiliente Gesellschaft. Wie wir künftige Krisen besser meistern können. Aufbau, Berlin 2021
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00:00:16: Liebe Hörerinnen, lieber Hörern!
00:00:18: Heutiger Gast bei.
00:00:19: Was uns trägt ist Prof.
00:00:21: Stefan Kohleff.
00:00:25: In Sofja geboren kam er zum Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre nach Deutschland.
00:00:31: Sein akademischer Weg führte ihn nach Hamburg woher an der dortigen Universität mit einer Arbeit über die Rolle des Staates in der Wirtschaftspolitik im Werk von Walter Euken, Friedrich August von Hayek Ludwig van Mieses und Wilhelm Röpke promoviert wurde.
00:00:49: Es folgte die Leitung eines Forschungsprojektes über die Planwirtschaft der DDR, Mythos & Wirklichkeit in Erfurt – und schließlich sein Wechsel nach Sachsen.
00:00:59: Dort lehrt er seit twenty-twelve an der westsächsischen Hochschule Zwickau publizistisch sehr aktiver wissenschaftlicher Leiter des Ludwig Erhardt-Forums für Wirtschaft und Gesellschaft in Berlin, der berühmten Ludwig-Erhardtsstiftung die Deutsche Debatte über Wege zur Erneuerung unserer sozialen Marktwirtschaft mit.
00:01:24: Gerade ist sein Buch Wohlstand Für Junge erschienen – ein Plädoyer dafür, die notwendige Erneuierung Deutschlands von den Zukunftschancen der jungen Generation herzudenken!
00:01:38: Lieber Herr Prof.
00:01:38: Kolev, ich freue mich im Ludwig Erhardt-Forum zu Gast zu sein und danke Ihnen dafür dass Sie der Einladung in was uns trägt gefolgt sind.
00:01:49: Danke das Sie zum zu uns gekommen sind ins Forum.
00:01:51: wir machen also das Gespräch sozusagen im Schatten von Erhardts.
00:01:55: ist wunderbar so.
00:01:56: Sehr schön freut mich sehr!
00:01:59: Sie haben den Umbruch nach dem Sturz der kommunistischen Herrschaft in Bulgarien als Kind jugendlicher und junger Erwachsener erlebt.
00:02:08: Möchten Sie diese doch sicher prägenden Jahre ein bisschen beschreiben?
00:02:13: Die Hoffnungen und Enttäuschungen der Älteren, darunter Ihre Eltern und die der Jüngeren zu denen sie gehörten.
00:02:21: Ja gerne!
00:02:22: Denn es ist je nach Tat meine Prägungszeit, die ich nicht missen würde auch wenn sie also wirklich existenziell schwierig war.
00:02:31: Ich bin noch nach sich gebrochen das heißt ich habe die Wände als Kinder klebt allerdings sehr bewusst denn Es war eine sehr politische Familie, die polarisierter nicht hätte sein können.
00:02:41: Also so ... Die Generation der Großeltern zum Teil eben noch pro-Kommunistisch, die Generation meiner Eltern antikommunstisch und somit bin ich sehr früh politisiert worden.
00:02:54: Und ja, die neunzige Jahre waren eine absolut verrückte Zeit.
00:02:58: Das ist ja mit Russland vergleichbar das was man über die dortigen Oligarchen kennt allerdings bei dem nennenswertem Unterschied dass es in Bulgarien gar nicht so viel zu klauen gibt wie in Russland.
00:03:08: Das heißt, es war eher eine große Unordnung ein Chaos, indem man aufwuchs.
00:03:15: Ich hatte das große Glück auf nach deutschen Schule zu sein Ein ehemaliges DDR-Freundschaftsgymnasium Karel Liebknecht, wo ich dann auf die Schule kam, auf das Gymnasium kam Deutsche Lehrer vom Bundesverwaltungsamt Nassow hier entsandt wurden.
00:03:34: Und diese Lehrer waren so wahnsinnig wichtig, denn es war eine Zeit in der man lediglich wusste was man nicht will nämlich den Kommunismus, was man aber wollte.
00:03:44: also was sozusagen das positive Programm einer Machtwirtschaft eines Rechtsstaates einer Demokratie so ganz genau bedeutet wusste niemand und die Lehrer waren eine unglaublich wichtige Leitplanke weil sie auch sehr viel Zeit jenseits des Unterrichts mit uns verbracht haben um ein Gefühl dafür zu bekommen, was denn dieser Westen nachdem wir uns alle gesehen haben den aber kaum jemand sozusagen greifen konnte.
00:04:15: Dafür waren diese Lehrer, zu denen ich zum Teil noch einen guten Draht bis heute habe absolut unverzichtbar und deswegen denke ich gerne an die Zeit zurück wobei ich sagen muss dass sie mir vor allem eine Sache gebracht hat und das ist ein Begriff der mich aktuell sehr stark umtreibt.
00:04:34: Vielleicht reden wir auch gleich nochmal drüber, nämlich die Resilienz.
00:04:37: Das war eine Zeit in der die Bulgarien – ob jetzt in der Generation älter oder in Großeltern oder auch in meiner Generation jeden Tag von einer Krise wieder getroffen wurden.
00:04:50: man musste hinfahren, man musste dann wieder aufstehen können und im Zuge des Aufstehens sich neu erfinden.
00:04:55: Das Trainieren Die Bulgarien, auch die anderen Osteuropäer zum Teil vielleicht.
00:04:59: Auch die Ostdeutschen seit vierzig Jahren
00:05:02: und
00:05:03: deswegen haben sie vielleicht den Westdeutschern etwas voraus.
00:05:06: Es war eine tolle aber auch eine sehr raue Zeit und so war ich sehr dankbar, in den Neunundzeig dann mit achtzehn Jahren nach Hamburg zu kommen und ja zu schauen was Ökonomie denn so ganz genau bedeuten könnte.
00:05:21: Ja das ist interessant.
00:05:24: können Sie diese Ups and Downs, die Sie beschreiben?
00:05:27: in den, in den neunziger Jahren ein bisschen handfester machen.
00:05:33: Sie sagen gibt es gewisse Unterschiede zu Russland trotz der Gewissenparallelen?
00:05:38: auch?
00:05:39: Gerne!
00:05:40: Also das Ganze begann natürlich mit einer riesigen Hoffnung meiner Eltern im Jahr ninezig.
00:05:46: Wir hatten die ganz große Hoffnung dass alles bald anders wird und alles bald gut wird.
00:05:52: ja also sozusagen Es war erst aus einem geflügeltes Fort dieser Zeit zu fragen, wann ist denn alles wieder in Ordnung oder wann wird es dann eigentlich gut?
00:06:02: Und die typische Antwort, die man damals gegeben hätte wäre so in vier fünf Jahren.
00:06:07: Also in vier, fünf Jahren hat man das was man vielleicht Transformation lernen könnte, dass wäre dann halt so abgeschlossen.
00:06:15: also es gibt so eine Zeitmaschine und die katapultiert einen sehr zügig in einen neuen Westen.
00:06:22: Das wäre so Mitte der Neunzigerjahre?
00:06:24: Nein, das war Anfang der Neunsig-Jahre.
00:06:25: und dann kamen die ganz großen Enttäuschungen.
00:06:28: Die ganz großen Erntäuschung, weil diese sozialistische Wirtschaft wie überall im Osten kollabierte, die wirtschaftliche Lage nochmal schlimmer fuhrte, weil die alten kommunistischen Netzwerke von denen wir gehofft hatten dass sie sich aufgelöst hätten plötzlich sich sehr deutlich bemerkbar gemacht haben und Wirtschaft, Wissenschaft Politik, auch die Bulgarische Kirche plötzlich sehr sichtbar beherrscht haben.
00:07:00: Und somit war es eine ganz vertragte Zeit weil irgendwie wollte man nach Westen allerdings leider nicht ganz so eindeutig wie in anderen Mitteln aus der europäischen Länder.
00:07:09: Bulgarien ist immer ein zerrissenes Land zwischen Russland und dem Westen.
00:07:15: Man kann sagen dass man eigentlich zehn Jahre verloren hat.
00:07:18: Von neunundachtzig bis achtundneinzig war eine größtenteilsverlochene Zeit.
00:07:25: Wir hatten auch noch mal siebenundneunzig eine Hyperinflation, die die letzten Erspartnisse nochmal entfertet hat.
00:07:33: und ja aber dann wenn Sie nach Ups and Downs fragen also so siebundneunsig, achtund neunzig Nachdem man den absoluten Boden nicht nur erreicht hatte sondern auch noch einmal Dollar nach unten gebuddelt hatte.
00:07:45: Dann begann Die eigentlich positive Zeit, also zehn Jahre verloren und danach mit dem NATO-Beitritt Anfang der Jahrzehnte nach mit der klaren Aussicht auf einen EU-Beiittritt, der dann in den Jahrzehnzehnten kam.
00:08:02: Dann wurde das langsam etwas hoffnungsvoller so nach dem Motto wir sind sehr armen diese Kreise über die ich gesprochen habe.
00:08:10: diese Vermachtung ist nicht weg aber man muss nicht mehr für diese Leute arbeiten sondern es kann zunehmend Investoren aus dem Ausland.
00:08:19: Ganz wichtig, der Jugoslawienkrieg war natürlich irgendwann vorbei.
00:08:23: Der Jugosawienkrig war für Bulgarien in dem Sinne problematisch als man irgendwo dahinten hinter Jugoslabien war.
00:08:29: Das heißt es war ein weiterer Grund in den Land nicht zu investieren denn wie soll man eine Fabrik aufbauen und das was man dort herstellt gut nachwesteuropa bringen können?
00:08:40: Und dieses Chaos lichtete sich langsam in den späten neunzigern so siebenundneunzig achtundneinzehn und neunzig.
00:08:47: dann haben wir einen sehr harte Währung bekommen, also der bulgarische LEF.
00:08:53: nach dieser Hyperinflation wurde in dem Verhältnis eins zu eins zur D-Mark festgelegt.
00:09:00: Fizigerweise war das Stand so im Notenbankgesetz bis zum Januar als Bulgarien der Eurozone beigetreten ist.
00:09:07: Also die D-Mark stand bis zuletzt im Nottenbankgesetz und aus dieser Stabilität führte dann Dynamik.
00:09:15: Die zweitausender Jahre waren äußerst interessant weil Wir reden momentan sehr viel über Staatsschulden.
00:09:21: Die Bulgarischen Staatsschulen gingen von etwa hundert Prozent vom BIP wegen eines sehr starken Wachstums auf etwa zwanzig Prozent runter innerhalb eines Jahrzehnts.
00:09:30: und so wechselnden sich die sehr zähn- und schwierigen Neunziger, deren Welle wechselnde sich dann mit einer großen Welle von Optimismus und Zuversicht, die ungefähr bis zur Finanz- und Eurokrise dauerte.
00:09:51: Ja, aber ich war fünfmal im Jahr in Bulgarien und deswegen habe ich immer versucht zu gucken was tut sich da eigentlich?
00:09:57: Sie haben noch Familie drüben.
00:09:58: Ich habe
00:09:59: noch Familie, ich habe noch meinen Bulgarischen Pass, ich gehe immer wählen.
00:10:02: also im Oktober haben wir jetzt wieder Präsidentschaftswahl.
00:10:05: man muss sehen das jeweilige Konsulat hin und das mache ich auch immer.
00:10:10: Also bin mit dem Land nach wie vor an der aktuellen Politik sehr viel auszusetzen hätte, aber bin mit dem Land nach wie vor fühle mich dem Land sehr verbunden.
00:10:22: Es hat mir zwar auch diese verrückte Kindheit und Jugend gegeben, aber man hat nur die eine und da bin ich tatsächlich dankbar!
00:10:32: Und Sie haben ja eine deutsche Schule besucht.
00:10:34: Insofern haben sie auch schon dieses... Sie sprechen ja wirklich perfekt, also ein tolles Deutsch was sicher nicht nur an dieser langen Zeit vielleicht jetzt auch in dieser Schule liegt.
00:10:45: Haben Sie denn dort auch so den Impuls bekommen?
00:10:48: Jetzt ich will Wirtschaft studieren und wenn ich Wirtschaft studiere dann auch in Richtung theoretischer... Also wie funktioniert die soziale Marktwirtschaft?
00:10:59: Das nicht.
00:11:00: Aber die Schule war tatsächlich ein Wunder, denn ich könnte jetzt lange ausholen und so ist es ja nicht wichtig... Insofern gibt es die sogenannten Sprachgymnasien.
00:11:10: Das heißt diese Schule war auch nicht an sich besonders, sondern besonders waren eben diese deutschen Lehrer, die tatsächlich als Native Speaker einfach da waren.
00:11:19: Und nein!
00:11:23: Ich bin ökonom geworden weil ich nicht Historiker werden durfte, was ich eigentlich wollte.
00:11:28: Meine Eltern wollten, dass ich Historiker werde... Ich wollte, das ich Historik erfährte und meine Eltern haben gesagt auf keinen Fall.
00:11:35: Du
00:11:36: musst etwas Anständiges studieren so?
00:11:38: Ja, genau.
00:11:39: also ich konnte mich immerhin durchsetzen, dass sich nicht Medizin studiere, was wiederum meine Mutter wollte.
00:11:45: aber die Ökonomie war in dem Sinne eine Intuition nicht mehr als ich so das Gefühl hatte.
00:11:53: es ist vielleicht Ein Weg um all das mit dem Westen, mit dem Liberalismus und der Marktwirtschaft irgendwie zu verstehen.
00:12:03: Das war die Hoffnung dass dieses Studium auf diese Fragen, die ich in den neunzig Jahren als Schüler hatte mir eine gewisse Antwort gibt.
00:12:11: Und außerdem wollte ich das mit der Kyberinflation verstehen was uns da passiert war und somit wurde es dann eben.
00:12:22: Ich wusste gar nicht, was der Unterschied zwischen VWL und BWL ist.
00:12:25: So kam ich jedenfalls in Hamburg... ...und war Teil einer ganz großen Fakultät,... ...die sich dem ökonomischen Denken, wie ich es heute nennen würde,
00:12:36: widmet.".
00:12:38: Also zur Dogmatik der sozialen Marktwirtschaft?
00:12:42: Das
00:12:42: kam viel später.
00:12:45: Ja
00:12:46: wobei die deutschen Lehrer, das kam viel später.
00:12:48: aber die Deutschen Lehrer hatten eine wunderbare... eine wunderbare Angewohnheit, nämlich die Spiegel- und Fokushäfte.
00:12:59: Und sonstige deutsche Medien, die sie vielleicht mal auf Papier hatten unter uns zu verteilen.
00:13:04: Also so mit landeskundlichen Fragen irgendwie... Ich habe gelegenlich gewonnen, wenn ich nicht gewonnen hab, habe ich es von einem Kumpel dann nochmal bekommen, der es gewonnen hatte.
00:13:12: Das heißt in diesen neunziger Jahren, also ich kam vierundneinzig auf die Schule, fünfundneunzig habe ich auf diese deutschen Lehrer dann kennengelergt, diese letzten Jahre von Helmut Kohl Und das erste Jahr Gerhard Schröder habe ich tatsächlich einigermaßen intensiv über diese Hälfte mitbekommen.
00:13:29: Ich weiß ja auch noch, dass ich so einen zwei-malen Probe-Abo für die FHZ abschließen konnte und die Zeitung kam wirklich auch nach Sofia.
00:13:41: Es gab noch deutsche Welle Radio was es leider in der Form nicht mehr gibt.
00:13:45: Das war sehr wichtig weil es noch kein Kabelfernsehen gehabt.
00:13:50: Ich hatte über dieses Radio unter anderem mitbekommen, dass mein jetziger Chef Roland Koch die Landtagswahl in Hessen im Februar of九zig gewonnen hat als ich gerade Abi machte und mich das Radio ablenkte von dem Abi-Stoff.
00:14:08: Also von daher war das alles... also ich war durchaus politisiert was deutsche Politik angeht als ich nach Deutschland kam ohne aber parteipolitisch festgelegt zu sein.
00:14:18: so von sozialer Machtwirtschaft hatte ich sicher im deutschen Geschichtsunachricht gehört, aber das war noch weit weg.
00:14:25: Aber das wurde dann ein Interesse ihres Studiums?
00:14:29: Die Frage quasi wie haben die Deutschen das geschafft nach dem Krieg wieder hochzukommen?
00:14:33: oder...
00:14:35: Nein!
00:14:35: Das Studium hat diese Frage leider nicht beantwortet.
00:14:39: Also das Studium der heutigen Volksjahrzeitslehre hat mit all den was ich gerade gesagt habe wenig zu tun bis auf die Hyperinflation.
00:14:45: also sowas versteht man glaube schon im Studium.
00:14:50: Also ich habe immer so eine quasi Gleichung im Kopf.
00:14:53: Das ökonomische Denken ist ungefähr das gleiche wie der Liberalismus, ist ungefähr dassgleicher wie der Westen.
00:15:00: Alles drei hat mit dem zu tun wieder Mensch ein selbstbestimmtes Leben für.
00:15:04: Diese Gleichung hat sich sehr viel später erschlossen und zwar durch das Dependium in der Friedrich-Naumann Stiftung als ich, Da habe ich überhaupt Namen wie Eugnen und Hayek das erste Mal mitbekommen.
00:15:17: Das ist im Studium heute, egal wo man
00:15:20: es spielt?
00:15:22: Ja genau die Stiftung bietet sowohl eigene Seminare an als auch die Möglichkeit selber welche zu veranstalten.
00:15:28: Und da hab' ich ab Jahrzehnte sehr interessante Berührungen mit all diesen Themen zu tun.
00:15:36: Ich bin heute Mitglied im Kuratorium der Stiftungen und versuche auch was zurückzugeben für diese unglaublich prägenden.
00:15:44: Ja, ich habe eigentlich sehr quantitativ studiert wie heutige Konneum das halt tun.
00:15:48: Ich habe auch eine erste Quantitative Doktorarbeit angefangen und erst danach... Was
00:15:52: heißt quantitativ?
00:15:54: Quantitativ heißt man versucht
00:15:56: empirisch irgendwie oder...?
00:15:57: Ja erstmal theoretisch versucht man eine verbale Theorie in Algebra zu gießen also ein Modell zu haben.
00:16:07: Damals ging es um die Hartz-Reformen in dieser ersten Doktorarbeit und das heißt sobald man das Modell einigermaßen hat, versucht man's auf die Daten loszulassen.
00:16:16: Und zu gucken wenn bestimmte Sachen sich im Modell verändert zum Beispiel irgendwas von Hartzein bis Hartz I bis Hartzwier wird gesetzlich anders modelliert wie wird sich das innerhalb des Modells dann auf das Wachstum
00:16:31: aus?
00:16:32: Das war die Frage.
00:16:33: Die war nicht uninteressant aber ich habe durch eine Intuition und ein Buch, das mir einen Freund in die Hand gedrückt hat plötzlich festgestellt dass das ökonomisches Denken auch an Nacht geht.
00:16:45: Also es geht auch ohne Mathe und es ist trotzdem sehr präzise und so weiter.
00:16:50: Und von daher, das war im Jahr six kann ich heute sagen seit zwanzig Jahren beschäftige ich mich eigentlich mit der Geschichte dieses Faches also mit der Ideengeschichte des ökономischen Denkens und das finde ich absolut faszinierend weil ich fest davon überzeugt bin Das wäre auch in den heutigen wirtschaftspolitischen Debatten ehrlich gesagt das Umverpacken, was Wirtschaftspolitisch schon längst gesagt ist.
00:17:15: Wenn wir uns Adam Smith vorstellen und einen Avatar von ihm heute mit KI gebaut uns ausmalen –was es ja inzwischen gibt– so kann er glaube ich uns zur aktuellen deutschen Wirtschaftskrise einigermaßen viel sagen.
00:17:30: Was nicht bedeutet dass es keinen wissenschaftlichen Fortschritt gibt.
00:17:32: aber Ich empfinde und empfand jedenfalls diesen Steinbruch an ökonomischen Debatten, die man in der Vergangenheit geführt hat.
00:17:43: Äußerst hilfreich nicht um das eins zu eins in die Gegenwart zu übertragen aber sich von dort Inspirationen für die heutige Theorie oder überhaupt für den heutigen Blick auf die Ökonomie zu holen Denn die Menschen haben sich in diesen zwei Hundertfünfzig Jahren nicht fundamental verändert.
00:18:03: Regeln des Rechtsstaats haben sich in den letzten Hundertfünfzig Jahren natürlich immer wieder verändert, aber auf einer abstrakten Ebene gibt es auch viel Gemeinsames von dem was wir heute und in der frühen Moderne erlebt haben.
00:18:14: Und das fand ich immer sehr interessant und im Übrigen konnte ich so historiker werden, was ich ja wollte als Gymnasiast aber nicht durfte.
00:18:24: Das ist dann eine gute Kombi wobei die Ökonomie tatsächlich liebe.
00:18:29: Ich finde es ist einfach dass auf ganz einzigartige wenn es dann richtig kommuniziert wird, an die Menschen da draußen aufzeigt wie das gute Leben für jeden von uns möglich ist.
00:18:45: Das hat etwas sehr humanistisches und das erschließt sich meines Erachtens besser in der Geschichte des Faches als in den heutigen Modellen oder in der heutigen Art der Ökonomie zu kommunizieren.
00:18:57: und deswegen sitzen sie hier im Büro auch umgeben von zum Teil Sachen aus dem.
00:19:06: Also wenn Sie danach ganz oben schauen, da geht es um die Frage wie machen wir aus den Arbeiter im Jahrhundert Bürger dieses neuen Kaiserreichs?
00:19:17: Die also sich nicht nach rechts oder links wegpolarisieren.
00:19:20: Die gleiche Frage diskutieren wir nach der Sachsen-Anhaltwahl.
00:19:23: Wie verlieren wird die Arbeiter nicht an die AfD und im Wesentlichen ist das ja eine Frage, die hundertfünfzig Jahre alt ist auf eine ausgesprochen kluge Art behandelt wird.
00:19:38: Sie erwähnten schon Adam Smith und ich sagte ihm, glaube ich im Vorgespräch das ist eines der ersten Bücherwarte in die ich mir als Junge muss man sagen angeschafft habe oder habe schenken lassen was sich damals irgendwie super spannend fand diese Diese natürliche Sprache, die er da hatte und wir eben so Beispiele wie ihr die Arbeitsteilung erklärt.
00:20:01: Warum eben der Bäcker muss seine Schuhe nicht selber machen weil der Schuster macht für ihn die Schuher?
00:20:08: Und dann diese unsichtbare Hand, die irgendwie dieses Vielfalt... der Menschen, die untereinander dieses System entwickelt haben wie diese unsichtbare Hand das ermöglicht.
00:20:29: Na ja, dann schilderten Sie eben die Harzreformen.
00:20:33: Das fand ich auch interessant.
00:20:35: sozusagen in dem rechnerischen oder empirischen Teil Ihres Ökonomiestudiums haben sie ausgerechnet mit den Harz-Reformen zu tun gehabt, die letzten Reformen sind, also mal vereinfachtend gesagt, die in Deutschland stattgefunden haben vor ungefähr etwas mehr als zwanzig Jahren.
00:20:54: Vielleicht kommen wir da auch noch drauf zurück.
00:20:58: Aber ich würde jetzt gerne springen auf
00:21:01: Ihr Buch,
00:21:02: was Sie gerade herausgebracht haben mit dem schönen Titel Wohlstand für Junge.
00:21:09: Sie haben gesagt dass Ihre Studenten... Dass sie das mit Ihren Studenten zusammen entwickelt haben so ein bisschen als Alliteration zu Ludwig Erz, Wohlstand für alle.
00:21:20: In diesem Buch beschreiben Sie, ich zitiere die heute-fünfundzwanzigjährigen als die ersten Kinder der Berliner Republik.
00:21:29: Geprägt von einem Krisenburger wie sie das nennen aus Eurokrise, Pandemie, Krieg in der Ukraine, Stagnation und KI Umbruch.
00:21:42: Was ist für Sie das entscheidende Symptom dieser bei diesen fünfzwanzigjährigen Pessimismus, Wut, Rückzug oder der Verlust des Glaubens das Leistung in Deutschland noch Zukunft eröffnet.
00:21:58: Jedenfalls habe ich das sehr als doch irgendwie pessimistisch gekippt wahrgenommen als heutigen Stand.
00:22:08: Bevor wir rüber auch Optimismus und Pessismismus reden ist mir in dem Buch ganz wichtig zu sagen Ich mache eine Dreiteilung.
00:22:17: Ich versuche, eine Anamnese zuerst an dem Ganzen voranzustellen.
00:22:22: Das heißt mir möglichst empathisch diesen Patienten, also diese Generationen anzuhören und zu sagen wo drückt denn eigentlich der Schuh?
00:22:32: Dann habe ich eine Diagnose... Und wie jede Diagnosis muss sie schonungslos sein.
00:22:36: das heißt auch da sind wir noch nicht bei Optimismus-Pessimismus sondern die Diagnosemus in dem Sie mehr radikal sein als bis zur Vorzahl des Problems vortringt.
00:22:44: wenn wir es nicht tun können wir vielleicht dieses Fieber der unzufriedenen Jugend merken, aber man sollte das Fieberg nicht mit Aspirin einfach mal weg symptomatisieren.
00:22:56: Sondern man sollte es diagnostisch ergreifen.
00:23:00: und dann erst in der Therapie stellt sich die Frage was ist jetzt mit Optimismus und Pessimismus?
00:23:08: Und die Therapie ist in der Tat so gebaut dass ich sage diese Therapie veranlasst den Leser hoffentlich zu einem bedingten Optimismus, zu einem nicht naiven Optimismus.
00:23:20: Dieser Optimismus ist deswegen nicht naiv weil die Therapie die Bedingungen aufstellt unter denen man zurecht oder berechtigterweise optimistisch sein kann.
00:23:32: das heißt wenn diese Bedingung erfüllt sind dann geht es dem Patienten wieder gut das heißt dann ist er wieder im Stande seine eigene Widerstandskräfte zu mobilisieren und gegen die Krankheit anzukämpfen.
00:23:47: Und das Buch ist in der Tat einerseits ein Stück weit alarmistisch, weil ich glaube dass wir wenig Zeit für diese Therapie haben aber gleichzeitig ist es ein optimistisches Buch weil ich fest daran glaube das werden wir uns dran machen diese Therapien sozusagen in die Wege zu leiten.
00:24:11: dann gibt es allen Grund, dass dieses Land wieder eine dynamische Wirtschaft mit einem Staat werden kann.
00:24:28: Das ist ja auch schon mal wahr und da bin ich optimistisch allerdings eben wie gesagt bedingt auf
00:24:34: die
00:24:35: Umsetzung oder zumindest den Anfang der Umsetzung dessen was sich in dem Theorie Teil des Buches findet.
00:24:44: Gehen wir vielleicht zur Anamnese dieser Krisenburger, den ich eben schon zitiert habe.
00:24:50: Vielleicht können Sie denen ein bisschen beschreiben?
00:24:52: Ja!
00:24:53: Also diese Generation, die ich Generation Corona nenne ist halt... sind halt die heute-vielundzwanzigjährigen plusminus und alles geht jetzt nicht um den Jagdgang genau.
00:25:04: Und wenn man sich in einen solchen Menschen hineinversetzt der Jahr zweitausend eins geboren ist so stellt man glaube ich sehr schnell fest dass dessen gesamtes bewusstes Leben in dem Modus stattgefunden hat dass eine Krise sich auf die andere drauf gehäuft hat, deswegen dieses Bild eines Burgers wie bei McDonald's.
00:25:22: Das heißt erst kamen die Finanzkrise das mag dieser Mensch so empfunden haben wie ich damals die Wände nämlich eine erste große Verunsicherung weil damals die Menschen also die Eltern dieses diese zwei jungen Männer über die Spreche Angst um ihre Erspachen ist.
00:25:38: und dann kam der Euro-Krisen dann kam die Krim dann kam er kam die Flüchtlingskrise und so weiter und so fort.
00:25:47: Das heißt, diese jungen Menschen, die in den Vierundzwanzig sind, kennen die Welt nicht anders als im Krisenmodus der letzten Vierunzwanziger Jahre.
00:25:57: Und vor allem ist ja daran schief, anders als das was ich zum Beispiel erleben dürfte dass diese Krisen kaum gelöst werden.
00:26:07: Die häufen sich aufeinander auf Und wenn wir sagen, wer hat eine Euro-Krise?
00:26:12: So ist ja das Problem nicht bewältigt.
00:26:13: Wir können jeden Moment von Frankreich in Zahlungsschwierigkeiten geraten, die in einer neuen Euro- Krise geraten.
00:26:19: Die Grimme vom Jahr hier war offensichtlich nicht gewaltig, sonst hätten wir nicht die Invasion von zweiundzwanzig gehabt.
00:26:27: Das heißt diese Krisen schwälen einfach so vor sich hin und der Bürger wird dem auch höher, wenn er kippt... ist es nicht schön.
00:26:37: Und wenn Sie sagen, wie lässt sich all das in einem Begriff passen so ist?
00:26:40: Der Begriff der in dem Buch zentral ist halt das Vertrauen.
00:26:45: Ich glaube dass zwischen jedem Menschen und der Ordnung eine Beziehung besteht die ich im Buch des Vertrauensbändchen nenne und dieses Bändchen ist den soweit ein Bild als ich sagen kann da fließt etwas von dem Bürger zur Ordnung und von der Ordnungen zum Bürger.
00:27:01: Von der Bürger zu Ordnung fliesst über dieses Vertrauungsbändch im Wesentlichen die Legitimation.
00:27:07: Also der Bürger sagt, diese Ordnung ist meine und ich dulde dass sie unvollkommen ist und das sie sich mühsam zu reformieren versucht.
00:27:16: Und die Ordnung liefert wiederum an den Bürgern alle möglichen Leistungen, die sie herstellt und wie sie dann als Güter dem Bürger eben gibt.
00:27:26: Solange dieses Vertrauensbändchen da ist aber es hat bei diesen jungen Menschen sehr gelitten besonders in einer Pandemie aber nicht nur Solange dieses Bändchen noch da ist, gehört der Bürger zu dieser Ordnung und duldet, egal wie mühsam das ist ihre Reform-Bemühungen.
00:27:45: Und damit hängt er den politischen Mitte an Denn die politische Mitte ist ja der Teil des politischen Spektrums dass sozusagen reformerisch unnachwegs ist.
00:28:01: Also der Teil eines politischen spektrumes sagt...
00:28:04: Im Normalfall im guten
00:28:06: Fall?
00:28:06: Nein immer!
00:28:07: Immer.
00:28:08: Die Polizie Mitte, also so versuche ich das für mich zu definieren ist der Teil der Polizienordnung.
00:28:13: Der sagt Ich Versuche die Ordnung nur reformerisch Zu verbessern.
00:28:22: Solange aber dieses Vertrauensbändchen Also sobald dieses vertrauens bändchen reißt bedeutet es eben der Bürger sieht diese ordnung nicht mehr als ordnung an sondern als chaos und sucht sich ein anderes ordnungsangebot Und damit
00:28:37: darf ich auch kurz anhaken.
00:28:38: Also sozusagen der Normalzustand, von dem gehen Sie jetzt aus also eine marktwirtschaftliche Ordnung die funktioniert und der Staat stützt diese Ordnungen als Rechtsordnung.
00:28:54: Es gibt ein Wettbewerbsrecht es gibt einen Steuerrecht was vernünftig ist es werden die Freiheitsrechte geachtet das Unternehmertum wird Es wird genug Geld für Bildung staatlicherseits gegeben und es wird Incentives, Steuerabzüge in dieser Richtung usw.
00:29:16: Das ist also der Normalzustand und insofern ist das die Beschreibung von
00:29:23: Mitte.
00:29:24: Genau.
00:29:24: Also das Land...
00:29:26: Heute im Moment kann man ja fast sagen, jetzt entschuldigen Sie mir, wenn ich das so aus meiner Wahrnehmung... Das ist die gute alte Zeit!
00:29:31: Also das sind die in den Achtziger und Neunziger Jahre.
00:29:36: im Moment ist da doch einiges ins Schieflage gekommen.
00:29:44: Ich will das jetzt nicht zu sehr aufbrezeln.
00:29:47: um die Frage.
00:29:47: Ich wollte nur einfach an der Stelle diese Mitte ganz kurz von Ihnen.
00:29:51: Absolut interessante Definition finde.
00:29:53: Absolut, also die Mitte ist meines Erachtens in guten wie schlechten Zeiten das was ich gesagt habe.
00:29:59: aber sie haben völlig recht.
00:30:00: In schlechten Zeiten, also in Zeiten wie den heutigen erschließt sich immer weniger dass Sie diese Reformen kann.
00:30:13: Dass Sie diese Unvollkommenheit der Ordnung die immer da ist aus sich heraus bewältigen kann Und das ist für mich der Unterschied zu den späteren Neunziger, als sie herkam.
00:30:23: Damals gab es ja die gleiche Ängstlichkeit und Gereiztheit.
00:30:27: Die gleiche Skepsis, dass die soziale Machtwirtschaft in Zukunft haben könnte aber...
00:30:31: Der Krankemann
00:30:33: Europas und so weiter... ...und dann ist die Dot-Komblase geplatzt, dann kam der rechte September also... Es waren keine schönen Zeiten, aber dieser damals auch quantitativ sehr viel größeren Mitte hat man irgendwie zugetraut mit Betonung auf Irkenwie.
00:30:46: Man wusste nicht wie genau!
00:30:48: Aber man hat ihr glaube ich zugetraut, so habe ich zumindest in Erinnerung.
00:30:51: Mein erster Bundestagsverkampfer Schröder gegen Stäuber.
00:30:55: Man hat ihr zugetraut im Bund und auch in diesem interessanten Wettbewerb der Länder den es damals noch gab, den man als Ambitionswettbewerk betrachten kann... ...man hat der Ordnung also ihrer politischen Mitte den Parteien die sie reformieren wollen... ...zugetraute dass sie zumindest ein Teil dieser Probleme wird lösen können egal wie.
00:31:19: Und dieses Vertrauen ist bei sehr vielen Menschen weg und deswegen ist es bei denen, um in einem Bild zu bleiben das Vertrauensbändchen gerissen.
00:31:28: Wenn das passiert sind sie entkoppelt von der Ordnung, suchen sich neue Anbieter von genuinen anderen Ordnungsentwürfen an.
00:31:37: Das sind eben die Parteien rechts und links.
00:31:40: Der Mitte,
00:31:40: d.h.,
00:31:41: die Extreme.
00:31:45: Warum die mitten heutigen Zustand gekommen ist, ist auch einigermaßen leicht zu erklären.
00:31:51: Zumindest für mich als schlichtes Wesen also Ökonom.
00:31:56: Damals gab es ja nicht einfach nur eine größere Mitte sondern es gab eine Hetro-Gene mit.
00:32:01: Es gab etwas das man sehr deutlich mitte links und sehr deutlich mit der rechts nennen konnte.
00:32:08: Und wenn wir die vier Parteien der Bonner Republik nehmen dann sagen wir haben wir zwei mitte rechts und drei mitte linken Parteien.
00:32:14: Alles was ich sage, bezieht sich auf die Wirtschaftspolitik.
00:32:16: Gesellschaftspolitika ist ja nochmal ein anderer Atlas und diese Mitte-Rechtsmitte-Links-Unterscheidung war in dem Sinne unglaublich spannend als diese zwei Hälften der Mitte ihre inhaltlichen Spannungen untereinander in der Mitte ausgetragen haben.
00:32:31: Also CDU CSU rechts
00:32:33: der Mitte?
00:32:33: CDU CSu, FDP Einachseits und Rotgrün eben andererseits.
00:32:38: Und diese Spannung zu allen Themen von Migration über Wirtschaft, Europa – alles Mögliche.
00:32:46: Diese Spannungen wurden in der Mitte ausgetragen und das hat die Mitte spannend gemacht weil sie spannungsreich war und damit blieb für den Rand kein Platz oder relativ wenig oder ganz wenig Platz.
00:32:57: heute haben wir eine Debatte zwischen Mitte und Rand.
00:32:59: Die Debatte kann nur der Rand gewinnen Weil er rhetorisch ganz anders auftrumpfen kann als eine Gott sei Dank Sicht zur Ermäßigung verpflichtenden Mitte.
00:33:10: Und deswegen ist die Mitte so geschrumpft.
00:33:12: Denn Schröder hat aus der Mitte-Links Hälfte, oder sozusagen durch die Agenda Jahrzehntzigzehn hatte er seiner Mitte-links Partei eine Mitte Rechtsagenda aufgedrückt.
00:33:25: Wirtschaftspolitisch nochmal.
00:33:27: Frau Merkel hat das gleiche mit der CDU bloß andersherum gemacht.
00:33:29: Das heißt aus einer Mitte rechts Partei wurde eine Mitte linkspartei.
00:33:32: Damit wurde das Ganze schrecklich homogen...
00:33:36: Wärmpflicht
00:33:37: mit der Atomausstiege?
00:33:39: Mit dem Euro, mit dem Atomaustieg.
00:33:43: Mit der Migration.
00:33:45: Genau das heißt ja und somit haben beide immer als großen Volksparteien ihre unerscheidbare DNA ein Stück weit verloren.
00:33:58: Und somit sagen meine Studenten lasse mich in Ruhe mit diesen Parteien dass doch eh so ein Einheitsprei.
00:34:04: Als ich nach Zwickau kam, konnte ich dem noch widersprechen.
00:34:08: Ihr merkt die Zeit voranschritt um so weniger konnte ich widersprechen oder um so schwieriger wird es zu widersprechend weil tatsächlich auch gerade bei den großen Koalitionen diese Ununterscheidbarkeit dessen was die Mitte als Angebot für den Bürger hat sehr unschöne Ausmaße angenommen hat.
00:34:28: und ich glaube seit der Ampel versuchen wir wieder mühsamst eine solche Entromogenisierung hinzubekommen.
00:34:37: Das heißt, eine neue Unterscheidbarkeit zwischen der Rechts- und die Links.
00:34:41: Das Problem dieser letzten beiden Koalitionen ist natürlich dass sie sowohl mit links als auch mit rechts parteien am Kabinettsdisch gemeinsam sitzen haben.
00:34:50: Und damit ist sozusagen der Versuch unterscheidbart zu werden In dem Sinne nicht ganz banal, als diese Unerscheidbarkeit sich gleich in Konflikten niederschlägt.
00:35:01: Und wir haben in den letzten zwanzig Jahren auch noch verlernt politische Konflikte auszutragen und zu Kompromissen zu gelangen.
00:35:08: Das heißt der Zustand der letzten beiden Koalitionen ist meines Erachtens gut damit beschrieben dass man sagt mit der rechts- und mitten links versuchen sie wieder auszudifferenzieren.
00:35:18: das ist nicht einfach aber trotzdem kommt es ein Stück weit voran.
00:35:24: weil wir weder mit der Rechts- noch eine Mitte-Links-Regierung haben, sondern beides zeitgleich entstehen Konflikte.
00:35:31: Und bei Dachampel war das ebenso – ich bin selber FDPmitglied – dass ne Wirtschaftspolitik gesehene Mitte-Rechtspartei wie die FDP in der Wirtschaftspoletik echte Unvereinbarkeiten hatte mit den beiden Mitte-Linksparteien und an dem ist sie am Ende auch geseitigt.
00:35:46: Ich freue mich, dass wir diese Unerscheidbarkeit in der Mitte wiederhaben denn so ist sie für meine Studentinnen interessant als vor zehn Jahren.
00:35:56: Aber weil wir keine Mehrheitsverhältnisse mehr haben, in denen die jeweils zwei Parteien separat regieren können, führt es im Berliner Diskurs zu einer ständigen Karkophonie wie wir sie seit dem Anfängen der Ampel gewohnt sind.
00:36:16: Ja, und besonders schlimm sieht es ja für die FDP aus.
00:36:19: Also nur gut ist die CDU eure Macbomben aus dem Tag gefallen aber
00:36:23: ich glaube
00:36:25: sie an eine wieder Geburt der FDP.
00:36:29: im Moment also...
00:36:32: Ich bin seit zwanzig Jahren Mitglieder der FDP und ich gebe zu es gab selten so schwierige Zeiten wie jetzt aber ich bin nach wie vor der Meinung dass dass das gelingen kann und das eigentlich nicht jetzt aus irgendeiner, wie soll ich sagen?
00:36:51: Aus Bock oder so.
00:36:52: Oder aus Bockigkeit sondern... Ich glaube, dass die Partei wirtschaftspolitisch im Bundestag fehlt.
00:37:06: in früheren Zeiten also in den zweitausenden Jahren hätten die Fehler der Koalition in der Wirtschaftspolitik sofort zu einer sieben achtprozentigen FDP geführt.
00:37:17: Wir haben aber leider eben inzwischen die Mechanik oder die Flüsse im politischen Raum funktionieren.
00:37:24: Inzwischen so, dass es ausschließlich der AfD-Nütztung ist.
00:37:28: Aber das mit der FDP ist vielleicht auch gar nicht so wichtig denn ich finde alle Parteien in der Mitte – vielleicht bis auf die Grünen – haben aktuelle existenzielle Probleme.
00:37:38: Die CDU ist aus dem Landtag geflogen und die SPD hätte schon aus den Baden-Württembergischen Landtag im Februar rausfliegen können.
00:37:46: Da dran vorbeigeschramt in Sachsen-Anhalt hätte sie auch rausfliegen können.
00:37:50: Und das ist natürlich völlig unvorstellbar gewesen, vor zehn Jahren.
00:37:54: Das heißt diese Kernschmelze betrifft bei weitem nicht nur die FDP.
00:37:59: Die FDP ist vielleicht um wieder mit den Osteuropäern zu reden und die Resilienteste von diesen Parteien weil sie eigentlich dieses Hinfallen uns wieder rauf stehen sich dabei neu erfinden eigentlich schon sich mal gemacht hat während es für die Volksparteien eine genuene neue Erfahrung ist.
00:38:14: Also ich mache mehr aktuell und das sage ich auch wieder nicht, um die Lage der FDP schön zu reden.
00:38:22: Ich mache mir deutlich größere Sorgen um die beiden Volksparteiinnen als um die FDP weil sie das bisher überhaupt nicht kennen.
00:38:32: Die FDP hatte bei den letzten Sachsen, bei der letzten Sachse war es nur noch Null Komma Acht um das Buch fortzustellen, und es waren viele Parteifreunde da.
00:38:45: Es ist alles absolut intakt bei Nullkommar Acht bei der Landtagswahl.
00:38:50: von daher ... Das kann gelingen aber ob die Volksparteien in der Geschwindigkeit, die es nötig ist, die Resilienz sich antrainieren, um von den jetzigen unfassbaren Niederlagen wieder auf die Beine zu kommen?
00:39:06: Das macht mir größere Sorgen.
00:39:08: auch da glaube ich dass es gelingen kann.
00:39:11: Aber man hat nicht schrecklich viel Zeit, denn die Bundestagsfahre könnte ja zwanzig, neunundzwanzig sein.
00:39:18: Regulär.
00:39:20: aber und das treibt mich im Buch sehr um was passiert wenn bis dahin eine Finanzkrise dazu kommt?
00:39:27: Dann haben die Volksparteien nicht zweieinhalb Jahre sondern die Zeit bis zur Finanzkriise um bis dahinsicht und damit die Mitte ein Stück weit Erneuert zu haben, befestigt zu haben.
00:39:42: Resilient gemacht zu haben Denn ab der Finanzkrise wird es wieder ziemlich kräzlich.
00:39:50: Ja Vielleicht kommen wir noch mal zurück oder gehen vor zu ihrem Buch.
00:39:56: Stichwort Krisenburger.
00:39:58: Sie haben zwei Figuren in Ihrem Buch die durchlaufen.
00:40:04: Das sind Tomasch und Eric.
00:40:07: Thomas und Erik stehen im Buch für zwei Milieus junger Menschen, den aufstiegsbereiten mobilen jungen Einwanderer.
00:40:16: Und den jungen einheimischen der eher in die innere Immigration gerät.
00:40:21: Was verbindet beide?
00:40:23: Und was unterscheidet ihre Art an Deutschland aktuell zu zweifeln?
00:40:29: Beide verbindet.
00:40:29: erst mal dass sie bei den Sachsen leben da rein in Leipzig daran ins Fickau.
00:40:34: Das bedeutet das dass sie sozusagen bei aller Unversiedlichkeit sich auch kennen, so habe ich die Geschichte gebastelt und sind auch befreundet.
00:40:50: Und haben ein gemeinsames Hobby nämlich Schacht.
00:40:52: das heißt Sie tausen sich ausständig aus was auch wichtig ist.
00:40:56: Ich gehe nicht darum zwei Gemeinschaften die nebeneinander her existieren sondern tatsächlich so etwas für eine Gesellschaft aufzumalen.
00:41:03: aber was sie eint ist, dass sie seit der Pandemie ihre jeweiligen Zweifel haben, ob die Mitte sich gut um sie kümmert.
00:41:12: Ob sie in der Mitte eine Stimme haben.
00:41:15: Denn ich sage das Sie zwanzig-einundzwanzig bei den Bundestagsfahren hat Thomas, deren Uniabschluss, Maßdachabschluß hat in Leipzig ... Der hat die Grünen gewählt.
00:41:28: Erik hat zwanzie-eineunzwanzigt die FDP gewählt.
00:41:31: Bei der Wahl vierundzwantig haben sie beide die politische Mitte verlassen.
00:41:34: Tomas von den Grünen zur Linken Und Erik von der FDP ist auch AfD.
00:41:40: Das ist passiert, weil sie nicht gesehen haben, dass die Pandemie so bewältigt wurde in dem letzten Corona-Winter für sich das erhofft hat.
00:41:51: Aber vor allem, weil Sie in der Ampel nicht gesehen und auch nicht in der Reposition der CDU CSU haben, evident wurden, nachdem die Pandemie zu Ende war.
00:42:05: Wir sehen seit dem Jahr zwanzig siebzehn achtzehn neunzehnt in Wachstumsproblemen aber die traten ja besonders deutlich hervor, nach dem die Pandemie und der Russlandschock vorbei waren.
00:42:17: Sie haben nicht gesehen dass die Mitte diese Probleme, die Wachsungsprobleme des Landes bewältigen kann und das sehen beide aus unterschiedlichen Gründen.
00:42:25: Der eine ist Handwerker Eric, der andere ein mobiler Akademiker, aber beide haben wirtschaftliche Ängste und diese Ängsten sind nicht kleiner geworden.
00:42:36: Weil die Wirtschaftspolitik in Berlin klug gewesen wäre, sondern sie eher größer geworden.
00:42:41: Und das haben Sie auch gemeinsam.
00:42:43: Ein Unbehagen und diese ängste, die sind politisch unbearbeitet, sehen oder schon gar nicht bewältigt, sondern die werden irgendwie nicht so angegangen wie die das hoffen.
00:42:59: Sie verwenden den Begriff des Vertrauensbruchs.
00:43:05: Ihre Zahlen sind drastisch, viele junge Menschen empfinden den Generationenvertrag als unfair, fühlen sich durch Bürokratie und Abgaben vom Unternehmertum abgehalten und denken über eine berufliche Zukunft im Ausland nach.
00:43:20: Ab wann ist das?
00:43:21: nicht mehr Unzufriedenheit sondern eine stille Abstimmung über die Zukunftsfähigkeit des Landes?
00:43:28: Spätestens in dem Moment, wo jemand die Grenze überschreitet.
00:43:32: Aber vielleicht auch schon davor also wenn man so zeigen außer Achtlandes geht.
00:43:35: Sie haben ja schon angedeutet dass sich zwei Arten der Ausfandachung runterscheidet.
00:43:40: das einigst einfach dieses physische Verlassen des Landes und es ist der Gedanke der den Thomas hat weil Thomas nicht nur eine polnische Heimat seiner Elternazion ausher viel rumgekommen ist im Laufe seines Studiums.
00:43:54: Die zweite Achtdach-Auswanderung innere Migration, wie ich es im Buch nenne.
00:44:00: Komplizierter Alltag Begriff habe, aber ich habe ihn mit Bedacht gewählt weil Erik nicht mobil ist er kann nicht so gut Englisch und
00:44:09: usw.,
00:44:10: Aber Herr Hardart und dieses Hardarten führt zu dieser inneren Migration das heißt zu einem Rückzug aus der Zivilgesellschaft.
00:44:20: ganz sichtbar das heißt freiwillige Feuerwehr oder Vereine und so.
00:44:23: da zieht man sich zurück.
00:44:24: in Arbeit ist man nicht wirklich unangenehmert, der sich um Innovationen kümmert.
00:44:29: Sondern man macht so Dienste nach Fortschrift und beim Start wählt man eben die Parteien der Extreme.
00:44:35: Und diese innere Migration ist ja mindestens genauso problematisch wie die Physische.
00:44:40: Denn die Physischen sieht man.
00:44:42: Die Zahlen, die sie nennen, die ich in dem Buch ausführlich darlege sind heftig.
00:44:48: Eins Komma zwei Millionen Menschen verlassen das Land jedes Jahr.
00:44:53: bei den Zahlen kann man vier Details anmerken, aber es ist jedenfalls eine ganz große Zahl.
00:44:58: Diese innere Migration die ist aber seltener und weniger direkt sichtbar.
00:45:04: Die ist sichtbares wenn wir uns das Sachsen-Anhalt Wahlergebnis angucken.
00:45:08: da haben siebenundsechzig Prozent der achtzehn bis fünfundzwanzigjährigen AfD Linke und BSV gewählt.
00:45:17: Das ist die politische Seite der inneren Migration Aber es ist trotzdem weniger sichtbaar als das Verschwinden von Tomaschaus Leipzig nach Breslau.
00:45:26: Und von daher sollten wir da mindestens genauso sehr darauf achten, wie auf die physische Auswanderung – wobei ich ehrlich gesagt das Gefühl habe, dass wir das ganze Thema auswandern und wie das Thema Migration insgesamt nicht genug wertschätzen.
00:45:41: oder dieses Fieber, das durch das Auswandern von Menschen auf die eine oder andere Art, physisch oder psychisch, da achten wir glaube ich nicht genug darauf Und das sollte sich hoffentlich ändern.
00:45:55: Ein Stück weit durchs Buch
00:45:59: Wir haben über die Anamnese gesprochen, kommen wir vielleicht zur Diagnose.
00:46:05: In der Hauptdiagnose unterscheiden sie zwischen einem Krisenrauschen Also Klimawandel Krieg Geopolitik KI Und die eigentlichen Hauptdiagnose, nämlich dass Deutschlands wirtschaftlich-soziale Ordnung aus dem Gleichgewicht geraten ist.
00:46:24: Was ist der Kern der Krankheit und nicht nur das Begleitfieber?
00:46:29: Genau also um das nochmal kurz gerade zurück.
00:46:34: Ich unterscheide – es hat mir auch meine Mutter irgendeinem Frühjahr beigebracht zwischen Hauptdiagnose und Differenzialdiagnosis.
00:46:39: Die Differentialdiagnosis ja nicht unwichtig Aber die ist nicht Handlungsleitend für die Therapie.
00:46:44: Und in der Differenzialdiagnose ist Klima, Krieg, Werbpflicht usw.
00:46:49: Als Ökonom fühle ich mich da nicht befugt.
00:46:51: drüber zu reden bedeutet nicht dass es nicht wichtig wäre bloß habe ich dann nicht mehr zu melden als jeder Bürger.
00:46:58: und deswegen die Hauptdiagnosis ist die eines Ökonomen und die besteht aus zwei Säulen.
00:47:04: Die eine Säule nenne ich das Preis-Leistungsverhältnis des Staates die andere Säuble die Dynamik der Wirtschaft auch da.
00:47:11: Ich sage Nicht Das und nur das ist ökonomisch relevant, aber ich bin mir ganz sicher.
00:47:17: Und lasse mich auch gerne auf jede Debatte ein, dass wenn diese zwei Sachen nicht besser werden... ...wenn also diese Diagnose nicht angegangen wird von uns allen.
00:47:27: Übrigens nicht nur vor einer Politik sondern auch in der Breite der Gesellschaft.
00:47:32: Aber da können wir ja bei der Therapie gleich nochmal reden.
00:47:36: Dann bricht die lange Frist wie ich es im Buch sage, also die Nachhaltigkeit der Finanzierbarkeit dieser Staates in sich zusammen.
00:47:48: Das Preis-Leistungsverhältnis ist schneller klärt, das ist ein Begriff den ich mit Studenten zusammen entwickelt habe.
00:47:53: Der Preis- leistungs Verhältnis kennt jeder aus dem Marketing aber hier geht es ja um das Preis- Leistungs- verhältnis des Staates und da...das ist schneller klerkt, der Staat bietet uns verschiedene Güter an in einer bestimmten Qualität und dafür verlangt Herr Runds Steuerartenabgaben, Schulden die erkünftige Steuern sind Bürokratiekosten usw.. Und dann ist jetzt die Frage, welche Qualität und welche Preise stehen sich da sozusagen in einem Verhältnis gegenüber?
00:48:26: In dem Buch zeige ich das ein Land wie die Schweiz.
00:48:31: In diesem Sinne fein ist als dort die Güter in Daimlach-Achte ihrer Qualität bereitgestellt werden – also tolle Infrastruktur, keinerlei Wartezeiten beim Arzt
00:48:41: usw.,
00:48:43: tolle Schulen.
00:48:45: Steuern sind einigermaßen hoch.
00:48:47: Ich kann es auch wie in Deutschland, aber im Internationalen Vergleich trotzdem hoch.
00:48:51: Meine Heimat Bulgarien bietet sehr bescheidene Leistungen an also ein sehr beschiedenes staatliches Gesundheitssystem.
00:48:57: Verklangten Menschen aber dafür nur eine zehnprozentige Flat-Tex nach Einkommen und Körperschaftssteuer ab.
00:49:04: Das heißt trabiartige Leistungen, tra biartige Preise auch okay?
00:49:08: Das Problem an Deutschland in diesen sechsundzwanzig Jahren seitdem ich hier bin ist dass die Preise daimlich geblieben.
00:49:14: Die waren hoch und sind bis heute ähnlich hoch.
00:49:17: Die Staatsquote ist sogar ein Stück weit gestiegen, spätestens durch die Pandemie.
00:49:23: Aber die Leistungen werden schlechter.
00:49:24: Vielleicht ist es noch nicht trafiartig was wir bekommen aber golf-artig Und das ist nicht okay für einen Daimler zu bezahlen oder an Golf zu bekommen Das empfinden alle Nicht nur die Jungen als nicht verhältnismäßig.
00:49:36: Die Jungen sind bloß die Mobileren, die dann irgendwann sagen können diesen Generationenvertrag mit diesem Preisleistungsverhältnis sind wir bereit aufzukündigen.
00:49:45: Und das ist das, was diese Kohorte über die Werke jetzt reden anders macht als die davor.
00:49:50: All die Kohorten davor, dass die Generation in Gerechtigkeit kennen sie sehr viel länger als ich auf der Welt bin.
00:49:56: aber alle Generationen dvor haben einfach erduldet, dass älteren sehr oft Politik zulasten der Jungen machen.
00:50:04: Die aktuelle Generation durch diesen Vertrauensbruch durch das Reisen des Vertrauungsbändchens ist eben nicht mehr bereit das zu dulden Ist also werhaft geworden.
00:50:15: Und deswegen kann sie sagen, also wenn sich dieses Preisleistungsverhältnis weiter verschlechtert und ich glaube es wird ja schon reichen, wenn es sich nicht verbessert.
00:50:25: dann gehe ich voran nachsehen.
00:50:27: Wir sehen das gerade vehement in diesen Wahlergebnissen die jungen Leute die eben links oder AfD wählen.
00:50:37: und wie reagiert die Politik?
00:50:39: In meiner Wahrnehmung Jetzt müssen wir eben nochmal einen Tankrabatt machen, jetzt müssen wir noch mal ein bisschen warten mit den Reformen.
00:50:47: Also das ist ja nicht so gut und
00:50:51: das Gegenteil wäre richtig zu sagen.
00:50:54: Wir brauchen langfristige Politik.
00:50:56: Bei diesen Leuten
00:50:58: geht es um die Entscheidung Wo verbringe ich die nächsten vierzig Jahre meines Lebens?
00:51:03: Manche erreichen sie völlig offensichtlich dass ein Tankrabatter auf die nächsten zwei Monate einzahlt Nicht dem Stande ist eine Entscheidung zu beeinflussen, die in den nächsten vierzig Jahre betrifft.
00:51:13: Kostet aber Geld das wir nicht haben um die Politik zu machen, die auf die lange Frist einzahlt so dass diese Menschen tatsächlich in der Wahrscheinlichkeit das Land eher nicht verlassen.
00:51:26: Das heißt in der Tat ist es Buch ein Plädoyer das wir bei aller Kurzfristigkeit der Demokratie bleiben wird.
00:51:35: Wird trotzdem gelegentlich durch eine solche Vision auch im Stande sind, dem demokratischen Prozess langfristige Politik durchzusetzen.
00:51:46: Nicht immer aber gelegentlich durch eine Vision wie ich es eben zum Beispiel in diesem Buch versuche und dass der Bundeskanzler vor zwei Wochen sich dieser Vision offiziell angeschlossen hat finde ich höchst erfreulich.
00:52:02: nicht weil das meine ist sondern weil wir eine unglaubliche Knappheit an Visionen in der politischen Mitte haben.
00:52:09: Und wenn das so andauert, wird sie ganz sicher diese Resilienzeigenschaften über die wir gesprochen haben nicht erreichen.
00:52:18: Von daher ist das Buch der Versuch eine sehr menschliche Vision hinzustellen zu sagen, lieber ältere Mitbürger bitte geh zu euren politischen Repräsentanten weil eure Korrekte groß und wahlentscheidend sind und sag den Politikern was sie eine Politik bitte machen sollen, meine Kinder und Enkel das Land verlassen.
00:52:41: Und mit dieser Heuristik im Kopf kann jeder Bundestagsabgeordnete verstehen, dass bestimmte Sachen nicht da hilfreich sind als die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass jemand abhaut und bestimmten Sachen hilfreich sind, d. h., die Wahrscheinigkeit senken, dass irgendjemand ausfand.
00:52:57: Sobald man diese Heuristic-, diese Dauerschleife im Kopf hat als Politiker aber die Musterfehler ständig in den Kopf des Politikers hinein quetschen, denn der Politiker denkt typischerweise an die nächste Wahl.
00:53:10: Das heißt es ist unsere Pflicht... Oder die nächste
00:53:11: Umfrage sogar?
00:53:12: ...oder die nächste Unfrage oder den nächsten Tweet und so weiter ja.
00:53:16: Das heisst diese längerfristige Perspektive müssen wir als Wähler dem Politiker aufgeben und sagen das is unser Auftrag kann dich ansonsten wird er weiterhin bis zum nächsten tweet denken.
00:53:31: Wir haben ja generell ein großes Problem mit Alterung.
00:53:37: Alterung vielleicht nicht nur eine demografische, sondern auch eine qualitative Alterung.
00:53:43: Also weniger Risikobereitschaft, weniger Innovationskraft mehr Besitzstandswahrung?
00:53:50: Was hieße mentale Verjüngungen ohne die Älteren gegen die Jörgern auszuspielen?
00:53:57: Also es geht in den Buch tatsächlich... an ganz zentraler Stelle nicht darum, die Jüngeren und die Älteren gegeneinander nach rauszuspielen.
00:54:04: Die Eltern sollen verstehen dass sie dieses genuine Interesse haben eine Politik zu bekommen, die die Jungen im Land hält.
00:54:11: Mental- und physisch Alltag sind in der Tat zwei verschiedene Sachen.
00:54:16: das kennt jeder von sich.
00:54:18: Wirkalltag fysisch in einer Deterministischen Geschwindigkeit, die wir nicht beeinflussen können ob das mental mit der gleichen, höheren oder niedrigeren Geschwindigkeit passiert ist wiederum ein Stück weit in unserer Hand.
00:54:32: Und das hat sehr viel damit zu tun, inwieweit ich auf die jungen Leute achte und versuch von denen was zu lernen.
00:54:38: Ich mache zum Beispiel für mich war es fünfzehn Jahre lang extrem verjüngend im Hörsaal zu stehen.
00:54:49: In allen Inderationen mir den Studenten – ob im Hörtsaal oder im Studentenklob – ständig deren neue Perspektiven auf Wirtschaft und Gesellschaft mitzubekommen.
00:55:01: Und diese Dauerschleife, die ständig technologisch einen Up-to-date hält... Die ständig vielleicht sogar auch neuen Slank einfach mal rüber spült.
00:55:21: Und ganz sicher sehr viele neue Gedanken inklusive dieser neuen Ängste über die wir zu Beginn gesprochen haben.
00:55:26: Das finde ich immens hilfreich um nicht ganz so schnell mental zu alterten.
00:55:31: Das kann jeder von uns und das ist zwar unabhängig davon, ob man selber Kinder und Enkel hat.
00:55:38: Die osteuropäischen Gesellschaften, die ich im Buch sehr lobe aus den Resilienzgründen, die wir besprochen haben sind sehr viel besser darin auf die jungen Leute zu achten.
00:55:53: Warum?
00:55:54: Weil sie in den neunzig Jahren ihre viele junge Leute verloren haben!
00:55:59: Meine Heimat Bulgarien hatte, als ich bei der Wende acht war etwa neun Millionen Einwohner gehabt.
00:56:05: Heute sind es etwa sechs und diese Implosion von neun auf sechs betrifft natürlich vor allem die Jungen, die gegangen sind nicht nur aber vor allem und somit ist klar dass diese ganz ganz wenigen jungen Leute, die da sind etwas mehr Sichtbarkeit bekommen sollen, etwas mehr Gewicht bekommen.
00:56:27: denn wenn auch sie, wenn Sie auch noch gehen dann ist es um diesen Staat noch tristig bestellt und von daher heiß mental, langsamer Alter den Jungen zuzuhören.
00:56:41: Sie zu fragen was nötig ist damit sie ein gutes Leben haben.
00:56:46: Und dabei technologisch sich von denen... und technologische übrigens auch Finanzmarkttechnisch, sich von ihnen durchaus mitnehmen zu lassen.
00:56:54: ja die Kinder und Enkel können einem erklären wie leicht das heute ist am Kapitalmarkt Geld zu sparen Und sie können einem helfen, all die Zauber und Wunder der KI-Welt zu erleben.
00:57:07: Und plötzlich festzustellen dass es nicht Google ist was wir inzwischen haben sondern etwas womit man wunderbar den ganzen Tag zubringen kann auch wenn man vielleicht alleine ist als jemand dessen E-Partner gestoppt wird.
00:57:22: und all diese neuen Technologien, neuen Finanzmarkt Möglichkeiten kommen von den Jungen.
00:57:31: und wenn ich sie den jungen sozusagen abnehme und nachahme, verjünge ich mich mental.
00:57:40: Also so ganz schlicht und menschlich ist es
00:57:42: gemeint.".
00:57:45: Sie schreiben darüber wie Deutschland wieder ein großartiges Land werden kann?
00:57:51: Was hieße großartig heute?
00:57:53: nicht nostalgisch oder nationalpathetisch sondern als liberales, soziales europäisches Zukunftsversprechen für junge Menschen.
00:58:05: Das klingt jetzt sehr abstrakt und vielleicht könntest du es trotzdem irgendwie ein bisschen konkret versuchen?
00:58:09: Kann ich versuchen also... Ich meine, ich versuche ein paar Sachen aufzuzählen ohne dass die Aufzählung abschließend ist aber das bedeutet eine jachmassen basale Sache.
00:58:21: Es bedeutet zum Beispiel, dass junge Menschen wieder Eigentum erfährten können erschwinglicherweise!
00:58:28: Es ist ja völlig bizarr was man heute sein muss in der Gesellschaft, Einkommstechnisch um sich eine Wohnung leisten zu können.
00:58:37: Eine Eigentumswohnung.
00:58:43: Es bedeutet dass das der eigene finanzielle Aufstieg möglich ist.
00:58:53: Das heißt ich werde wohlhabend und werde da von der Gesellschaft nicht beneidet sondern die Gesellschaft sagt danke dass du es geschafft hast und uns damit auch mindestens mit deinem Steuer rauf kommen, aber eigentlich auch mit deinen Produkten was Gutes tust.
00:59:12: Es bedeutet das wir bessere Unis brauchen als die, die wir haben.
00:59:15: Die haben sie nicht schlecht, aber die können inzwischen mit dem internationalen Wettbewerb nicht immer mithalten.
00:59:24: Das bedeutet, dass wir in der Tat so ganz basale Sachen wie Infrastruktur und digitale Infrastruktur endlich so hinbekommen, wie es ehrlich gesagt inzwischen im Bulgarien der Fall ist.
00:59:39: Also ich fahre vor zwei Wochen ins Wicker und erschienen einen Ersatzverkehr, deren sich meines Erachtens in dieser Dimension völlig unerträglich ist, fuhr durch die kleinen Dörfer und die Schlaglöcher, die es auf dem Weg gab waren Dollar als die in Sofia oder überhaupt in Bulgarien.
01:00:02: Über die digitale Infrastruktur im ländlichen Raum in Sachsen brauchen wir gar nicht erst reden, klammer auf was sie nübrigen.
01:00:08: dazu führte in der Pandemie das Unterricht gar nicht möglich war weil die Leute zu Hause waren und zuhause aber gar nicht mal die minimale Bandbreite war, die es braucht um einigermaßen guten Unterrichts zu machen.
01:00:21: Das heißt, all diese ganz basalen Sachen, ganz plastische lebensweltlichen Veränderungen braucht es damit die jungen Menschen merken hier tut sich was.
01:00:30: Ja?
01:00:30: Also so und auch da beanspruche ich keine besondere Innovativität in den Antworten.
01:00:38: Diese Sachen stehen zum Teil im Papier von Autograph Lambsdorf vom Oktober.
01:00:44: zweiundachtzig also wie ein Angebotspolitisch Sklerotisches Land wie Deutschland, also ein Land in dem es sich nicht mehr lohnt zu produzieren Angebots.
01:00:56: Die Angebotsbedingungen sind nicht gut Wie ein solches land von seiner Sklerose Gehalt werden kann wissen wir Lassen wir Adam Smith diesmal in ruhe Wissen wir seit mindestens den siebziger jahren weil sehr viele länder Auch die Bundesrepublik in den Achtzigern, aber eben vor allem England und die USA.
01:01:16: Und andere europäische Länder, die Skandinavier in den Späten Achtziger und Neunziger diese Angebotspolitischen Sachen längst ausprobiert haben.
01:01:23: wir brauchen nicht das Rad neu erfinden Wir brauchen auch keine neuen Theorien!
01:01:26: Wir haben das alles und zwar im Erfahrungsschatz unserer unmittelbaren Nachbar In Osteuropa, in Nordeuropa und Südeuropaa ist ja egal.
01:01:36: Ich will keine amerikanischen Verhältnisse aber ich will zum Beispiel dass wir unseren Sozialstaat so aufstellen wie es das Kaninaviak gemacht haben.
01:01:43: und schon hätten wir wie in Schweden nicht nur ein tragfähiges Rentensystem sondern auch einen Kapitalmarkt wieder Stockholmer der die Innovationen finanziert, die die Jungen sonst nicht finanzieren bekommen sodass sie dann nach New York abhauen müssen oder London.
01:02:00: Das hängt insoweit alles ein Stück weit zusammen,
01:02:03: aber nichts
01:02:04: von diesen Lösungen ist besonders neuartig.
01:02:06: Was vielleicht ein bisschen neu in dem Buch Therapeutes ist, ist eben das was ich angedeutet habe.
01:02:12: Die Berliner Politik kann sie auf den Kopf stellen, kann die besten Reformen machen Wenn die Gesellschaft so antikapitalistisch bleibt wie sie ist wenn die Gesellschaft nach wie vor Leistung nicht honoriert
01:02:29: Mit dem Ressentiment.
01:02:31: Genau, wenn die Anki-Bedalistischen Reflexe und der Gesamtjemen uns nicht verschwinden können wir formal, im Sinne der formalen Institutionen steuerrecht sozial statt viel besser verhindern.
01:02:42: Die Gesellschaft kann es mit ihren informellen Institutioner also mit den Normen, mit den sozialen Normen des Umgangs mit dem Aufstieg eines jungen Menschen alles kaputt machen.
01:02:52: das heißt die Politik muss Führung zeigen.
01:02:56: Es gibt eine Top Down Komponente beim kulturellen Wandel.
01:03:00: Aber mindestens genauso entscheidend ist das bottom-up der Zivilgesellschaft, von jedem von uns wie wir also sozusagen dem Erfolg unserer Mitmenschen begegnen.
01:03:11: und wenn sich das nicht ändert, wenn sich auch unsere Wahrnehmung von Innovationen nicht ändern die wir super schnell regulieren wollen statt sie erst mal überhaupt zuzulassen dann kann die Politik von der wir meines Erachtens grundsätzlich zu viel erwarten erst recht nichts bewirken.
01:03:29: Also es ist von daher, darf man nicht auf seine Quadratkilometer fangen indem sie sich hier befinden.
01:03:35: Das hat Seine Aufgaben zu leisten und das leistet sie nicht so wie er sie leisten soll.
01:03:40: Aber es ist vielleicht die halbe Mitte und die andere Hälfte liegt bei jedem von uns und bei den Bei der Wirtschaftskultur Die wir an einen Tag legen Damit sich die Wirtschaftsordnung des Landes entsprechend verändert.
01:03:59: Wir sprachen über ihren Weg aus Bulgarien erst mal nach Hamburg, aber dann nach Sachsen.
01:04:05: Sie haben in ihrem Buch sich ausführlich mit Sachsen beschäftigt.
01:04:10: Ich selber habe in den neunziger Jahren bei Professor Bienenkoffe als persönlicher Referent gearbeitet und habe da vieles mitbekommen von diesen ersten Ansätzen in Dresden und Sachsen und habe bei ihnen jetzt wieder sehr viel gelernt auch im ihrem Buch dass wir natürlich sehr empfehlen.
01:04:31: Und jetzt frage ich mich, wie viel ist da ein ostdeutsches Thema?
01:04:38: oder was ist das der Ostdeutsche Anteil an dem Thema?
01:04:42: Was ist der gesamte deutsche Anteil am Thema Biedenkopf-Sachte damals vor Etwas über dreißig Jahren, also ihr Sachsen habt jetzt eine harte Zeit und sie wird erst mal noch härter das was Sie vorhin aus Bulgarien beschreiben.
01:04:58: Aber dann werdet Ihr irgendwie einen soliden Grundstock wieder haben um nach oben zu kommen?
01:05:06: Und die Westdeutschen, die haben all das noch vor sich.
01:05:09: Denen geht es jetzt.
01:05:12: Super gut, aber die werden noch in die Krise kommen und da denke ich jetzt in den letzten Wochen oft dran dass möglicherweise genau jetzt dieser Punkt gekommen ist wo das richtig zuschlägt.
01:05:25: Und die Wessis zu denen ich ja auch gehöre herkunftsmäßig Ich bin Landeskind von Roland Koch gewesen Aber immer noch Hesse sozusagen.
01:05:37: also wo das eben jetzt erst auftaucht Wie würden Sie das ausdifferenzieren?
01:05:43: Was ist da zu Ihrer
01:05:44: Botschaft?".
01:05:45: Ja, die Botschaft ist eigentlich ganz einfach.
01:05:48: Die Botschaft isst... ...die Ostdeutschen, ob Sachsen oder Brandenburg ist an der Stelle egal.
01:05:55: Genauso wie die Osteuropäer haben aus dem Neunziger meines Erachtens eine besondere Lehre auf die ganz harte Tour gelernt.
01:06:05: Nämlich es gibt keinen Status quo.
01:06:09: Der Status quo Und das Festklammachten am Stadus Co.
01:06:12: ist etwas sehr menschliches, wir Menschen sind in Sicherheitsbedürftig gewesen und das Fest Klammacht an der Gegenwart an dem was isst... ...ist sehr menslich weil in einer menschlichen Geschichte ja tausenderlang Wandel Krieg sein konnte oder Feuer oder Vertreibung oder Verbgewaltigungen.
01:06:28: d.h.
01:06:29: Wandel war das Ungute und das Konstante war das Gute.
01:06:35: D.h.,
01:06:36: dass festhalten an dieser Konstanz einem Stadius Co.. ist äußerst menschlich evolutionsbiologisch betrachtet.
01:06:43: Die Ostdeutschen und die Osteuropäer haben gelernt, es gibt ihn in unserer heutigen Zeit gar nicht.
01:06:48: Es gibt kein Shadowsquo.
01:06:49: Weil jeder neue Schock zum Beispiel jetzt der Iran-Krieg hat den Shadows Quo wieder zerschossen.
01:06:56: Und zwar nicht nur weil die Energiepreise in die Höhe geschossen sind... ...weil plötzlich die gesamte Golfregion mit ihrem unglaublichen Sexappeal unter den Wertschöpfungsketten über diese Großflughäfen abgewickelt werden.
01:07:10: Da sehen ja nicht nur Menschen, die über Dubai fliegen.
01:07:13: das alles plötzlich ist nicht mehr.
01:07:16: Das heißt in Zuverlässigkeit dass da eine ganz neue Koppelung zwischen Asien und Europa also ist.
01:07:22: jetzt hinüber weil wir gar nicht wissen wie es mit dem Iran weitergeht.
01:07:27: Und das bedeutet dass aufgrund des Krisenburgers und des Auffeinanderschichtens von einer Krise die alle zwei Monate auf die bisherigen oben drauf kommt Bereutet ist, dass wir das mit dem Status quo, mit dem Festklammacht am Status quo lassen sollten.
01:07:43: Der Bundesfinanzminister hat im Frühjahr diese Bertelsmannrede gehalten die ich ja wirklich gut fand und wo er bereits schon mehrfach gesagt hatte, der Status quo ist unser Gegner oder unser Feind.
01:07:58: Hat er in verschiedenen Stellen das eine oder andere Substantiv dazu verwendet?
01:08:02: Und ja!
01:08:03: Der Status quo is aber vielleicht gar nicht unser Gegener der Feinde, der status quo den gibt es gar nicht.
01:08:08: Und das ist was die Osteuropäer, die Ostdeutschen mühsamst lernen mussten.
01:08:13: und das ist das was die Westdeutsche schnellstens lernen müssen.
01:08:18: Weil wenn nicht, klamach wir uns an VW ohne dass sich will, dass VW pleite geht aber dieses Festklamach bedeuten, dass wir all das was wir mit unserer politischen Energietum könnten in der Wirtschaftspolitik Wir eben nicht tun, weil das Festklammer an VW, dass die politische Energie und das politische Kapital bindet.
01:08:39: Und für die Wirtschaftspolitik, die ich im Buch empfehle gibt es keine Energie und kein Kapital.
01:08:45: Das heißt, die Lehre ist lernt.
01:08:51: Resilienz ist ja kein besonders sympathisches Wort.
01:08:55: Es klingt ja so ähnlich sympathisch wie Effizienz.
01:08:57: aber Diese Aufforderung werdet resilient, werdet also anpassungsfähig an diese ständigen Änderungen der Moderne.
01:09:06: Das ist das was Sachsen, Brandenburg Berlin und all die Osteuropäer, den Westdeutschen aber im Übrigen auch allen Westeuropäern deren Demokratien geht es ja auch nicht gut als To-do hinstellen und sagen wenn ihr das nicht lernt wird teilweise baldestens die nächste Finanzkrise die Morken beginnen kann.
01:09:29: Es gibt Gründe, warum sie tatsächlich Morken beginnen kann.
01:09:35: Die wird euch hinwegfegen und zwar unabhängig davon wie es mit der politischen Landschaft aussieht die wir uns ökonomisch vor größte Probleme stellen wenn wir nicht bis dahin unsere Demokratien so resilient gemacht haben wie es die Osteuropäer getan haben.
01:09:52: das heißt die entscheidende das entscheidendet to do dass Denn Westdeutschen und in Westeuropäer aufgeben.
01:10:03: Und den westeuropäischen Demokratien geht es auch insgesamt nicht gut, das ist ja noch nicht in Deutschland ein Problem... ...wertet resilient!
01:10:11: Wertet anpassungsfähig an diese ständigen Krisen die sich aufeinanderholfen um die auch wahrscheinlich in Zukunft kommen werden.
01:10:22: Denn wenn die nächste Finanzkrise uns mocken eralt und es kann passieren weil die KI-Blase platzt weil die Staatsverschuldung inzwischen Ausmaße angenommen hat, die der kapitalen Markt nicht mehr zu dulden bereit ist oder nämlich schon aus den beiden.
01:10:35: Weil das in den USA sehr eng zusammenhängt.
01:10:40: Dann haben wir ein gigantisches Problem und wenn wir bis dahin diese Lehre der Ostdeutschen und Osteuropäer im Westen nicht umgesetzt haben – in ein resilientes mentales Modell bei jedem Einzelnen von uns, nicht nur auch in den Köpfen der Politiker Dann wird diese Finanzkrise ein riesiges Problem.
01:10:58: Sie wird so oder so ein großes Problem, aber so wird sie ein riesiges Problem wie das Jahr nine zu acht neunundzwanzig.
01:11:07: Das Jahr neun und zwanzig war nicht der Beginn der großen Depressionen.
01:11:10: die begann einundreißig.
01:11:12: Neunundzwanzig fahre erst mal nur eine Börsenkrise und wir wissen was daraus alles entstanden ist.
01:11:18: Nicht nur in Deutschland!
01:11:20: Das heißt dieses super klappe Zeit bis dahin bis zum Ausbruch oder?
01:11:25: Bis zu dem Aufkommen von so etwas wie einer Finanzkrise, das müssen wir verdammt klug nutzen.
01:11:31: Das ist die sächsische ostdeutsche und osteuropäische Aufforderung an den Westen.
01:11:40: Ja, das ist ein großer Challenge der aktuell im Lande gegeben ist.
01:11:49: Ja aber man kann das lernen.
01:11:51: also ich will als Professor nicht den Gedanken aufgeben, dass Menschen leerenfähige Wesen sind.
01:11:58: Aber die sind nur leerenfähig wenn man pädagogisch klug und nicht einfach nur erzählt wie schlimm alles ist was Ökonom ganz oft tun sondern wenn man auch therapeutische Wege aufzeigt und sagt ja damit es nach oben geht muss es erst mal nach unten gehen.
01:12:16: Transformationen ist immer rein j. Es geht erstmal nach unten.
01:12:20: aber vertraue darauf.
01:12:24: Viel von dem Kapital haben wir verspielt, aber das Bisschen, dass wir noch haben müssen oder nutzen.
01:12:28: Vertraue darauf, dass da sein Jort wird und nicht einfach mal ein Abfallen in den unendlichen Abgrund.
01:12:38: Wenn wir das aktuelle Führungspersonal anschauen dann sind das natürlich alles Westdeutsche der Bundeskanzler, der Finanzminister die Arbeitsministerin Herr Söder auch.
01:12:52: also Diese Erfahrung, die sie geschildert haben.
01:12:56: Dieses Up and Down, der Kollaps von Normalverhältnissen, das sich gewöhnen an ständige Herausforderungen... Das ist noch nicht so wirklich verstoffwechselt?
01:13:12: Ja, das ist richtig!
01:13:13: Wobei Frau Merkel beim anderen Ehrenresilienz nicht gerade hilfreich war, weil im Wesentlichen das Gegenteil passiert ist.
01:13:20: Nein
01:13:21: natürlich
01:13:21: nicht!
01:13:22: Aber ich verstehe was Sie sagen und an der Stelle glaube ich auch nicht dass es die Aufgabe der Politiker ist.
01:13:30: Wenn überhaupt eine politische Aufgabe dann vor Ort in der Kommune, im Land?
01:13:36: Weil diese Fragen sozusagen führt die abstrakte Politik ein bisschen zu abstrakt sind.
01:13:44: Das muss in der konkreten Politik da unten passieren und der Sechs-Feministerpräsident ist, finde ich, erfreulich oft irgendwo im Westen.
01:13:55: Ich habe ihn auch nicht in Bayern erlebt, in einer Sendung oder die Tage wo war er?
01:14:03: Also von daher diese Botschaft kann man auch sozusagen in die Fläche tragen ohne dass die Bundespolitik jetzt besonders Ostdeutsch sein müsste.
01:14:12: Und ehrlich gesagt glaube ich auch vierzig Jahre nach der Wende ist es mir, bei mir persönlich vielleicht in Ostdeutschen nicht aber mit mir persönlich sind zwischen einigermaßen egal ob der Finanzminister raus hier oder wess sie ist.
01:14:23: also ich hoffe dass spätestens mit dem vierziessten Jahrestag der Wände diese Gedanken etwas weniger relevant werden weil sie einen stückweit die Spaltung zementieren als das sie zu überwinden helfen.
01:14:37: Naja Ich meine, aktuell ist natürlich... Sie haben jetzt den Namen Merkel genannt und wir haben das glaube ich auch schon vorhin erwähnt.
01:14:45: Diese Entscheidungen die da getroffen sind und die sich diesen Krisenburger im Grunde dramatisiert haben verschlimmert haben.
01:14:53: Und jetzt müssen die heutigen das ausbaden.
01:14:56: Das ist natürlich auch schwierig.
01:14:59: Im politischen Markt sind jetzt eben die Angebote von ganz links und ganz rechts Sachsen-Anhalt und das geht ja im Prinzip auch weiter in den nächsten Monaten.
01:15:13: Also, dass ist eine Frage die denke ich sehr drängend bleibt.
01:15:17: Vielleicht können wir gegen Ende unseres Gesprächs nochmal ein paar Stichworte von Ihnen hören.
01:15:26: Sie haben ja Anfang des Jahres einen Zehnpunkteplan mit einem Harvatökonomen Princeton-Ökonomen zusammengemacht.
01:15:36: Entschuldigen Sie, vielleicht können sie den Namen auch nennen?
01:15:38: Ich habe ihn jetzt gerade hier nicht zur Verfügung.
01:15:41: aber was sind denn Ihre zehn Punkte?
01:15:44: vielleicht in einer Zusammenfassung wie Sie sie vielleicht auch Azure heute geben würden?
01:15:50: Ja
01:15:51: genau also am fünften April haben Markus Brunermeyer, Makroökonomin Princeton und jemand der dem Begriff der Resilienz in den letzten fünf Jahren mit einen Buch und sehr vielen Vorträgen, sehr intensiv in den Mittelpunkt auch der Wirtschaftspolizistin-Debatten gerückt hat.
01:16:09: Markus Brunnerweicher und ich haben im Auftrag des Handelsplatz eine Zehn-Punktergente aufgeschrieben die man finden kann.
01:16:14: das ist ein langes Dokument reichlich sein... Ich
01:16:16: pack das auch in die Show Notes!
01:16:20: Und die Kurzzusammenfassung.
01:16:26: Punkte sagen, wir brauchen eine wirtschaftspolitische Vision.
01:16:29: Die nennen wir die Umindustrialisierung.
01:16:31: Jeder muss sich umindustrialisieren damit er nicht deindustrialisiert wird.
01:16:37: Die nächsten vier Punkte sind das wirtschaftspolitische Agenda, die Berlin zu bewältigen hat, Stifor Steuert und Sozialstadt usw.
01:16:49: Und die letzten vier Punkte sind das, was Europa im heutigen globalen Chaos tun muss um selber resilienter zu werden als es aktuell ist.
01:17:04: Das sind Punkte die auch eng miteinander zusammenhängen.
01:17:08: wir haben wirklich versucht eine Agenda aufzuschreiben und nicht einfach mal eine technokratische Aufsammlung an Einzelpunkten.
01:17:15: Und wir sind fest davon überzeugt und das versuchen wir zu zeigen dass die Resilienz den Einzelnen seine Familie, seine Gemeinschaften vor Ort, die unnachnehmen.
01:17:26: Die Institution in der Staat des Unigesellschafts als Ganzes betrifft und deswegen ein wunderbarer roter Faden ist für unsere Zeit.
01:17:35: Denn es ist nicht nur eine politische Aufgabe Es ist auch nicht nur ne psychologische Aufgabe Einfach sozusagen psychologisch krisende Resistenz oder Resilien zu sein.
01:17:46: Nein!
01:17:47: Es betriffe all diese Subjekte unabhängig davon ob es der einzelne Mensch ist oder eine Firma, oder eine Behörde oder uns alle als Gesellschaft.
01:17:57: Deswegen ist es in der Tat der Begriff unserer Zeit denn er verdichtet diese osteuropäische und ostdeutsche Erfahrung auf einen Begriff und der hat mir persönlich geholfen und vielleicht schließen wir auch damit zu zahlenden Kreis.
01:18:14: Der Begriff hat mir geholfene als ich das erste Bange des Buchs von Markus Brunner Meier-Klaas meine neunzige Jahre besser zu verstehen.
01:18:22: Denn wir verstehen ja die Welt nur durch Begriffe, wir begreifen durch Begriffen und ich habe etwas besser begriffen was mir in der Neunziger passiert ist genau genommen was der Generation meiner Eltern damals existenzielles passiert ist um wie es ein Teil der Generation geschafft hat kam auch auf die Frauen und wie es der andere Tal die Männer zu nicht geschafft hat.
01:18:44: das hab ich besser durch diesen Begriff erstanden.
01:18:47: und deswegen ist die Agenda die unglaublich viel Resonanz bekommen hat.
01:18:51: Nicht nur in politischen Berlins, sondern landesweit viele viele Einladungen auch mochten eine in München.
01:19:01: Sie ist der Versuch zu zeigen wenn wir einen solchen roten Faden haben Wenn wir etwas Agenderhaftes haben und nicht einfach nur lose Punkte Und wenn dahinter eine Vision ist dass diese tolle Welt hinterher verkleben besser werden kann, wenn man dieses diagnostische und therapeutische Werkzeug nutzt.
01:19:25: Dann hat unsere Republik eine gute Zukunft.
01:19:28: Ja also bloß sie wird in dem jetzigen Begriffswirk war, in der jetzige orientierungslosen Mitte diese gute Zukunft nicht finden.
01:19:38: dazu braucht sie die gewisse Anleitung und dieser Agenda war das der Versuch zu sagen, wie könnte diese Anleitung oder Begleitung der Politik aussehen und ich fand es absolut faszinierend auf wie viel Wohlwollen aus den verschiedensten Ecken der Politik das Ganze getroffen ist.
01:20:06: Das hätten Markus um mich uns nicht gedacht!
01:20:10: Das ist doch schon ein, finde ich ganz schönes versöhnliches Schlusswort in gewisser Weise.
01:20:17: Und ich habe in diesem Gespräch und auch durch Ihr Buch einiges gelernt – und ich denke das gilt auch für die Hörerinnen und Hörern.
01:20:25: Vielen Dank Herr Kohle für das Gespräch!
01:20:27: Danke dass Sie ins Ludwig-Herrhaft-Forum gekommen sind und ich freue mich auf den weiteren Austausch mit Ihnen.
01:20:32: Vielen dank!
01:20:33: Sehr gerne!
01:20:34: Liebe Hörerin lieber Hörers.
01:20:37: Ich hoffe, dass mein Gespräch mit Professor Kohleff für Sie interessant und weiterführend war.
01:20:42: Wenn Ihnen was uns trägt gefällt freue ich mich wenn sie den Podcast abonnieren bewerten und weiterempfehlen.
01:20:50: Neue Folgen erscheinen Donnerstags mindestens einmal im Monat nach Möglichkeit alle zwei Wochen.
01:20:57: Über Feedback jeder Art freue ich mir egal ob kritisch oder positiv.
01:21:02: In den Show-Notes finden Sie eine Kontaktadresse sowie Hinweise auf das Werk und die Arbeit von Professor Kolev.
01:21:09: Ich danke Ihnen fürs Zuhören, Auf Wiederhören in zwei Wochen bei Was Uns Trägt!
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